Sittich-und-Papagei ● Alles rund um die artgerechte Haltung der exotischen Vögel

Fehlende Harmonie

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Fehlende Harmonie

Was bedeutet das?

Ein Vogelpaar, das "zusammen passt", bezeichnet man als harmonierend, aber natürlich streitet sich jedes Paar einmal. Ein hamonisierendes Vogelpaar ist daran
 zu erkennen, dass sie sich gegenseitig füttern und putzen, aber auch das Kontaktsitzen, bei dem die Vögel dicht aneinander gekuschelt nebeneinander sitzen, ist ein Zeichen dafür.
Man sollte darauf achten, dass diese Harmonie vorhanden ist, denn sonst kann es bei den Vögel unter Umständen zu
Verhaltensstörungen wie Rupfen kommen. Es reicht nicht, dass die Vögel einfach zusammen in einem Käfig leben. Deshalb sollte man auch darauf achten, immer ein Männchen und ein Weibchen zu erwerben. Zwar können sich auch gleichgeschlechtliche Vögel gut verstehen, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch eher gering und bei aggressiveren Arten kann es zu Beißereien kommen.
Deshalb: Harmonie ist sehr wichtig! ...Auch für die eigenen Nerven  ; )



Fehlende Harmonie
Bei Papageien ist dies ein größeres Problem, da sie viel höhere Ansprüche an ihren Partner haben und nicht einfach jeden Vogel annehmen. Sittiche sind da doch etwas einfacher, die Verpaarung klappt bei friedlicheren Arten in der Regel beim ersten Mal. Es muss nicht immer direkt zu Verletzungen kommen, ein Paar kann auch auf ruhige Art nicht harmonieren. Sie sind dann einfach kein Paar und leben eher nebeneinander als miteinander. Aber auch dann sollte man sich lieber um einen passenden Partner bemühen, dem Vogel zuliebe.
Aber man sollte nicht sofort, wenn sich zwei neue Vögel nicht verstehen, den Partner ersetzen. Sie brauchen auch ihre gewisse Zeit, um zueinander zu finden. Manchmal klappt das zwar sofort, einige Paare brauchen aber auch mehrere Monate bis hin zu einem Jahr. Es könnte aber auch sein, dass sie Tiere noch zu jung sind und noch kein Interesse an einem Partner haben und in ihm eher einen Futterfeind sehen.


Was kann ich tun?
Wenn man sicher ist, dass es dauerhaft keine Harmonie geben wird, bleibt eigentlich nur die Möglichkeit eines neuen Partners. Wenn man genug Platz hat und die Arten verträglich sind, kann man zu den zwei vorhandenen Vögeln zwei weitere (natürlich mit entsprechendem Geschlecht) dazusetzen. Aber wenn die Vögel nur paarweise gehalten werden dürfen, muss man eine weitere Behausung besorgen. Ist nicht genug Platz verfügbar, kommt man wohl nicht umher, einen der Vögel abzugeben und einen neuen zu kaufen.


Wir verpaare ich meinen Vogel?
Um einen Vogel zu verpaaren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gibt man seinen Vogel beim Züchter für eine Weile in einen Schwarm oder man stellt zu Hause zeitweise einen zweiten Käfig dazu, in dem der Neue für die Übergangszeit wohnt. Bei Papageien empfielt sich meistens die erste Variante im Schwarm.

Verpaarung zu Hause

Durchführung
Man besorgt sich zeitweise einen zweiten Käfig für den neuen Bewohner, dieser wird dann neben den des anderen Vogels gestellt. So können sie sich sehen und miteinander in Kontakt treten. Durch den zweiten Käfig werden auch Revieransprüche umgangen, die sonst die Verpaarung eventuell verhindern können. Diese Phase kann unterschiedlich lange dauern, in dieser Zeit müssen die Tiere aber gut beobachtet werden, um abschätzen zu können, ob es an der Zeit wäre, sie zusammenzusetzen. Um das zu tun, werden einfach beide Käfige geöffnet und die Vögel finden von selbst zueinander. Alles weitere regelt sich dann meistens von selbst, beziehungsweise wird von den Vögel geregelt. Kleinere Streitereien kommen anfangs meist vor, da die Rangfolge geklärt wird. Bei Größerem allerdings sollten sie lieber noch einmal getrennt werden.

Zu beachten

Man sollte den neuen Vogel nicht direkt kaufen, denn möglicherweise versteht er sich nicht mit dem schon vorhandenen. Man sollte sich mit dem Züchter auf ein "Probewohnen" einigen, normalerweise lässt ein Züchter das zu. Es könnte ja passieren, dass es viele Versuche braucht, um die Vögel zu verpaaren. Man hätte irgendwann zu viele Tiere zu Hause...
Beim Verpaaren sollte man möglichst viel Zeit in die Beobachtung investieren. Man könnte die Käfige beispielsweise auch nach und nach immer näher aneinander stellen, um den "Zusammenkommen-Effekt" zu verstärken.
Wenn die Vögel auch nach mehreren Tagen noch versuchen, sich durch die Gitter zu beißen, scheint das kein Traumpaar zu werden. Wenn sie sich aber sogar schon durch die Gitterstäbe füttern und kraulen, kann man sie auf jeden Fall zusammen fliegen lassen.

Pro und Contra
Diese Art der Verpaarung ist für alle Vogelarten gut geeignet. Bei verträglichen Arten verläuft die Verpaarung hier meist schnell und erfolgreich, eine Verpaarung beim Züchter würde sich wenig lohnen. Bei aggressiveren Arten kann man die Vögel zu Hause beobachten, außerdem würde hier eine Verpaarung im Schwarm nicht in Frage kommen. Es ist also die einzige Variante.
Bei Großpapageien aber kann es etwas problematischer werden, denn sie brauchen eine große Voliere und für eine Zweite ist dann oft keinen Platz. Außerdem brauchen sie meist viele Anläufe, bis der richtige Vogel dabei ist. Das wäre dann sehr zeitaufwändig, da man jedesmal einen neuen Vogel zu sich nach Hause holen und diesen beobachten müsste.

Verpaarung beim Züchter

Durchführung
Der Vogel wird beim Züchter in einen Schwarm gebracht. Hier kann er sich dann seinen Partner selbst aussuchen, da es eine größere Auswahl gibt. Er muss nur etwas beobachtet werden. Eventuell werden zwei Vögel, wenn sie sich scheinbar gefunden haben, in eine separate Voliere gebracht, damit sicher gegangen werden kann, ob die beiden wirklich harmonieren. Das ist aber nicht zwingend notwendig. Wenn das Paar dann nach Hause geholt wird, sollte man sie in der ersten Zeit noch etwas im Auge behalten.

Zu beachten
Normalerweise muss man, wenn man einen Vogel zur Verpaarung gibt, ein Gesundheitscheck beim Tierarzt machen lassen und schriftlich bestätigen lassen, dass er keine ansteckenden Krankheiten oder Ähnliches hat (Gesundheitszeugnis; Veterinärpapiere). Verlangt er dies nicht, sollte man sich einen anderen Züchter wählen, denn die Anteckungsgefahr ist hoch. Diese Untersuchung kann einiges kosten. Auch manche Züchter verlangen ein wenig Geld dafür, dass der Vogel so lange hier leben kann.

Pro und Contra
Diese Methode ist wesentlich schneller und hat höhere Erfolgschancen, vor allem für Papageien ist das eine gute Möglichkeit. Außerdem ist es weniger kompliziert und man muss kaum etwas tun, da die Vögel selbst zueinander finden. Leider bietet diesen "Service" nicht jeder Züchter an und bei einigen Arten, wie zum Beispiel
Plattschweifsittichen, ist das nicht möglich, da sie aufgrund ihrer Aggressivität nur paarweise gehalten werden sollten.


Aber egal, welche Methode man wählt, man sollte nie zwei Vögel einfach zusammensetzen. Die Tiere könnten sich gegenseitig verletzen oder im schlimmsten Fall sogar töten. Bei Vögeln, bei denen es sich wohl "nicht lohen würde", beträgt die Probezeit dann ohnehin nur wenige Tage und ist nicht aufwendig. Das sollte man auf sich nehmen können.



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