Sittich-und-Papagei ● Alles rund um die artgerechte Haltung der exotischen Vögel

Die Unterkunft

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Die Unterkunft

Die Unterkunft ist ein heikles Thema. Bei zu kleinen Volieren können unter Umständen Verhaltensstörungen auftreten. Oft wollen die Vögel auch nach dem Freiflug nicht mehr zurück, sodass sie eingefangen werden müssen. Daraufhin lässt man sie seltener raus, sodass sie noch weniger zurück möchten und irgendwann bleiben sie dann einfach ganz im Käfig.
Aber das muss nicht sein, denn ausreichend große Volieren mit Flugmöglichkeiten verhindern dies.
Vom Landschaftsministerium wurde 1995 ein Gutachten zu den Mindestanforderungen an die Volierengröße ausgegeben:

Gesamtlänge der Vögel in cm
 Länge x Breite x Höhe
Grundfläche des Schutzraumes in m2
bis 25 cm 1,0 x 0,5 x 0,5 m 0,5
über 25 bis 40 cm 2,0 x 1,0 x 1,0 m 1,0
über 40 cm 3,0 x 1,0 x 2,0 m 2,0

Dies sind die Angaben pro Paar, für jedes weitere Paar muss die Fläche um 50% erweitert werden.


Aber: Niedersachsen zum Beispiel handhabt das etwas strenger. Oft wird empfohlen, sich nach den Maßen für Niedersachsen zu richten, da sie in jedem Fall eine Haltungsüberprüfung bestehen. Hier ist das
Merkblatt: Mindestanforderungen an die Papageienhaltung zu sehen. Um herauszufinden, welche Maße für die eigene Region gelten, sollte man den zuständigen Amtstierarzt befragen.

Über die Käfiggröße hinaus gibt es noch mehr, was man falsch machen kann. Ganz oben stehen da natürlich Rundkäfige. Diese bieten keinerlei Bewegungsmöglichkeiten und halten die Mindestanfordrungen sowieso in keinster Weise ein. Man sollte außerdem möglichst dunkle Käfige haben, da bei weißen Gitterstäben zu viel Licht reflektiert wird und die Vögel nicht mehr so gut an den Gitterstäben vorbeigucken können. Da Vögel aber von Natur aus Fluchttiere sind, wollen sie ihre Umgebung immer im Blick haben. Auch eine Gummiummantelung kann schädlich sein, wenn die Vögel sie fressen. Solch einen Kunststoff haben oftmals aber nur die ohnehin zu kleinen, billigen Käfige.


Innen- oder Außenvoliere?

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Für die Vögel ist normalerweise aber immer eine Außenvoliere schöner, da sie jederzeit fliegen können, ungefiltertes Sonnenlicht bekommen, mehr zu entdecken haben und direkte Natur, wie z.B. Regen und Schnee, erleben. Die Gefahren sind hier aber Tiere wie Katzen, Nager und Greifvögel. Dem kann man aber mit doppelter Verdrahtung entgegenwirken.

Innenvolieren bieten normalerweise nicht so viel Flugraum wie Außenvolieren, als Ersatz haben sie Freiflug. Alle Vorteile der Außenhaltung werden hier zu Nachteilen. Und das ist eine ganze Menge. Lediglich für flugunfähige Vögel mag eine Zimmervoliere die bessere Wahl sein, da das klettern hier meistens besser möglich ist.

Man kann Volieren selbst bauen. Das spart Geld und die Behausung kann direkt an die Gegebenheiten angepasst werden. Gut geeignet sind hierfür Aluminium-Vierkantröhren. Diese sind, anders als Holz, wetterbeständig und die Vögel können sie nicht kaputt fressen. Als Gitter ist Edelstahl zweifelsfrei die beste Wahl, denn es besteht keine Gefahr der Zinkvergiftung. Leider ist Edelstahl auch das mit Abstand teuerste Material. Aber gerade bei Innenvolieren, wo die Vögel viel mehr am Gitter klettern, ist das Risiko einer Vergiftung höher. Wenn man doch auf Zinkdraht umsteigt, sollte es unbedingt pulverbeschichteter sein, denn der ist wesentlich widerstandsfähiger als feuerverzinkter.


Auch die Einrichtung einer Voliere ist wichtig. Am besten nimmt man Natursitzäste, da diese unterschiedlich dick sind und die Vogelfüße trainieren. Außerdem reiben sich die Krallen daran ab und man muss diese normalerweise nicht mehr schneiden. Die Äste sollte man so anbringen, dass die Sittiche/Papageien eine möglichst weite Strecke fliegen können. Man sollte darauf achten, dass die Äste versetzt angebracht sind und dadurch nicht durch Kot beschmutzt werden. Größere Spielzeuge kann man jeweils am Ende der Voliere anbringen, denn diese bieten viel Beschäftigung und so werden die Vögel ausgeglichen.



Licht und Luftfeuchtigkeit

Sittiche und Papageien brauchen UV-Licht zum Aufbau des Gefieders. Außerdem sehen Vögel anders, sie können auch das UV-Licht sehen, das sie teilweise brauchen, um die Geschlechter zu unterscheiden. In einer Außenvoliere gibt es natürlich ausreichend Sonne, aber in der Wohnung nicht, denn Fenster filtern einen großen Teil aus den Sonnenstrahlen heraus. Ersetzen kann man es durch spezielle Bird-Lamps, die allerdings recht teuer sind. Im Internet gibt es auch günstigere Alternativen mit der gleichen Wirkung.

Einige Arten brauchen außerdem eine hohe Luftfeuchtigkeit von weit über 60%, da sie in der Natur im Regenwald leben. Dazu gibt es Luftbefeuchter, diese findet man ebenfalls im Internet. Auch ein Gerät zum Messen der Luftfeuchtigkeit ist nötig, um zu kontrollieren, ob man die nötige Feuchtigkeit erreicht.
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