Sittich-und-Papagei ● Alles rund um die artgerechte Haltung der exotischen Vögel

Wunschtraum Handzahm

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Wunschtraum Handzahm

Einige Leute, vor allem Anfänger, wünschen sich einen zahmen Vogel, den sie anfassen und streicheln können. Dies widerspricht aber eigentlich dem natürlichen Verhaltensmuster von Sittichen und Papageien. Diese sind nämlich Fluchttiere. Wenn man sich viel mit den gefiederten Mitbewohnern beschäftigt, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie zahm werden. Es gibt zwar auch Arten, die von Natur aus neugieriger sind, aber Zahmheit lässt sich nicht erzwingen. Man sollte nicht enttäuscht sein, wenn der Vogel scheu bleibt. Es macht auch sehr viel Spaß, einfach das Sozialverhalten untereinander zu beobachten.
Es ist ein Gerücht, dass Vögel nur zahm werden, wenn sie alleine gehalten werden. Dies ist vollkommen inakzeptabel! Wenn sich jemand für Vögel entscheidet, dann muss ihm klar sein, dass es keine Schmusetiere wie z.B. ein Hund oder eine Katze sind. Dann sollte man sich von Sittichen und Papageien wohl lieber entfernen. Außerdem sind Vögel in der Gruppe oft sogar mutiger und werden dann zusammen zahm. Beim Zähmen kann auch Clickertraining helfen, wie man es auch mit Hunden macht. Darüber gibt es spezielle Bücher.
Natürlich hat Zahmheit auch Vorteile; so gibt es neben dem direkten Kontakt auch den Vorteil der Händelbarkeit im Falle eines Unfalls, bei einem Tierarztbesuch oder wenn es darum geht, den Vogel zurück in seine Voliere zu setzen.


Da der Wunsch nach Zahmheit aber groß ist, praktizieren viele Züchter Handaufzuchten. Davon ist aber abzuraten! Nachzulesen in der Rubrik "Vor dem Kauf" ─ "Welche Aufzucht?".


Wie gewinnt man das Vertrauen seiner Vögel?

Hierbei gibt es nur Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Man darf den Vogel nicht bedrängen oder unter Stress setzen, denn das wirkt sich sehr negativ auf der Verhältnis des Tieres zum Pfleger aus. Es gibt kein "Rezept", um es Schritt für Schritt an Menschen zu gewöhnen, sondern nur ein paar Tipps, um den Weg zur Zahmheit zu erleichtern. Man muss hier sehr auf genügend Fluchtraum und die Signale der Vögel achten, um abzubrechen, wenn sie sich unsicher oder bedroht fühlen.
Anfangen sollte man, indem man sich erst einmal langsam in Richtung der Voliere begibt. Dabei sollte man beruhigend reden, denn das wirkt sich ebenso auf die Vögel aus. Außerdem sollte man Augenkontakt vermeiden. In der Natur haben die Fressfeinde die Augen, wie auch die Menschen, nebeneinander stehen. Wenn sie also von unserem Blick erfasst werden, könnten sie instinktiv Angst bekommen. Sie sollten sich so langsam an die Anwesenheit der Menschen gewöhnen.
Wenn die Vögel also völlig ruhig bleiben, wenn man auch näher an die Voliere tritt (was mitunter Wochen dauert), kann man beginnen, auch einmal etwas Leckeres, wie zum Beispiel das Lieblingsobst, zwischen den Gitterstäben zu befestigen und ein bis zwei Schritte davor stehen oder sitzen zu bleiben. Nehmen die Vögel irgendwann angstlos das Angebotene, kann man damit beginnen, das Futter mit der Hand durch die Stäbe zu halten. Bis die Vögel diesmal aber zugreifen, vergeht oft sehr viel Zeit, einige Vögel nehmen das Futter dan sogar nie. Einer meiner Rosellasittiche zum Beispiel ist nie an etwas aus der Hand gegangen. Wenn aber auch das sicher klappen sollte, kann man die Leckereien auch versuchen, durch die geöffnete Volierentür zu geben (Hierbei auf geschlossene Türen und Fenster achten!). Meistens dauert es nicht ganz so lange, bis die Vögel hier vertrauen, da sie Futter aus der Hand nehmen dann ja schon kennen.
Der nächste Schritt ist der wohl schwierigste. Man muss das Futter in der Hand nun so platzieren, dass der Vogel die Hand zunächst (fast) berühren und später sogar daraufsteigen muss, um an das Futter zu gelangen. Auch hier hilft wieder nur Geduld und ruhiges Reden. Aber wenn dieser Abschnitt erst einmal gemeistert ist, kann man sich wirklich sicher sein, das volle Vertrauen der Pfleglinge zu besitzen. Regelmäßiges Training mit Auf- und Absteigen und anschließenden Belohnungen hilft, dieses Vertrauen auch aufrecht zu erhalten.
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